Oberösterreichischer Landesfeuerwehrverband
Landeswarnzentrale Oberösterreich - Seite 1/1
Erstellt am 2005-05-17 [Drucken]

?Hier Florian LFK, kommen?. Für viele Feuerwehrmitglieder Oberösterreichs wohl einer der bekanntesten Phrasen im täglichen Funkverkehr, wenn es um eine Meldung zu einer Einsatzausfahrt geht. Wenn diese Meldung mit dem digitalen Warn- und Alarmsystem auch rarer wird.


Mit Florian LFK ist die zentrale Alarmierungsstelle der oberösterreichischen Feuerwehren gemeint, welche vom Oö. Landes-Feuerwehrverband als Zentralleitung des Katastrophenhilfsdienstes der Oö. Landesregierung betrieben wird. Kurz vor dem Jahreswechsel 1999/2000 wurde der lang erwartete Umbau der Zentrale vorgenommen und den heutigen Anforderungen angepasst.

Aus 13 Bezirken Oberösterreichs langen hier die Notrufe ein und von hier aus erfolgt anschließend die Alarmierung der Feuerwehren.


Der multifunktionelle ?Touch-Screen?
Touch-Screen bedeutet auf Deutsch so ungefähr ?Berührungs-Bildschirm?. Durch Drücken von auf dem Bildschirm dargestellten Tasten kann man die Bedienung des Sprechfunks und der Notrufe auf diesen sehr ergonomischen Bildschirmen, abwickeln. Diese erlauben eine sehr effiziente Bearbeitung der verschiedenen Einsätze. Durch Berühren des Bildschirmes werden die notwendigen Relaisstellen und Frequenzen geschalten sowie die Telefonverbindungen hergestellt, Notrufe angenommen und einiges mehr.


Für Wartungszwecke und zur Überprüfung der Relaisfunktion kann jedes Funkrelais fern- und im Notfall sogar abgeschalten werden.
Da jedoch auch die beste Software und die besten Rechner einmal Probleme machen können, ist für diesen Fall als Ausfallsebene natürlich auch ein ganz gewöhnliches, herkömmliches Bedienteil mit Tastenfeld im Pult vorhanden.
Somit übernimmt der Touch-Screen eine Vielfalt an Funktionen, für die früher mehrere Geräte erforderlich waren.


Die Schutzraumanlage
Alle Telefonverbindungen werden prinzipiell zuerst in den Schutzraum geführt, wo sich auch die zweite Landeswarnzentrale in einfacher Form befindet - sozusagen für den Fall der Fälle. Mit dieser Anlage im Schutzraum können alle Notrufleitungen und Standverbindungen zu den anderen Einsatzorganisationen weiterbetrieben, sämtliche Sirenen in Oberösterreich ausgelöst, und bald auch noch der Großteil des Sprechfunknetzes bedient werden. Sollte einmal ein technisches Problem in der Landeswarnzentrale auftreten, so können jedenfalls alle wichtigen Funktionen vom Schutzraum aus erhalten bleiben.


Doku-Anlage
Eine Dokumentationsanlage erlaubt den schnellen und gezielten Zugriff auf die eingelangten Notrufe, falls es einmal Unklarheiten oder Ungereimtheiten geben sollte. Natürlich kann man damit auch besser Anrufer identifizieren, welche falsche Notrufe absetzen oder den Einsatzort wesentlich sicherer bestimmen. Zeit, Dauer, Inhalt des Gespräches und vollständige Rufnummer des Anrufers werden damit penibel genau aufgezeichnet.


Blitzschutz
Nach den schlechten Erfahrungen mit den sehr heftigen Blitzschlägen der letzten Jahre wurde die gesamte neue Anlage dann auch nach den neuesten Erkenntnissen - so weit als möglich - gegen diese gefährlichen Überspannungen abgesichert. Überspannungsableiter wurden in alle einlangenden Leitungen eingebaut und das gesamte Erdungssystem der Landeswarnzentrale völlig neu gestaltet. Wirklich hundertprozentige Sicherheit kann jedoch selbst damit nicht erreicht werden. Die Auswirkungen eines direkten Einschlages dürften sich bei guter Vorsorge jedoch auf ein Minimum reduzieren.


Stromversorgung
Sollte einmal die Netzversorgung ausfallen, so ist die Landeswarnzentrale mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen sehr gut gewappnet. Mit einem Dieselgenerator, den viele Feuerwehrleute sicher noch von einer ganz anderen Seite her kennen - früher wurde damit die alte Atemschutzstrecke elektrisch aufgeheizt - kann auch ein längerer Stromausfall überbrückt werden. Bei den meisten Anlagen wurde versucht, durch Batteriebetrieb den lückenlosen Betrieb sicherzustellen. Doch die Rechneranlagen benötigen meist noch Wechselstromversorgung mit 230V. Hier sorgt eine gedoppelte USV für die notwendige Ausfallsicherheit. Die Rechner können damit einige Stunden weiterbetrieben werden. Sollte der Dieselgenerator einmal nicht anspringen, kann zusätzlich auch noch von außerhalb an einer vorgesehenen Steckdose eingespeist werden.


Die Landeswarnzentrale wurde mit dem Umbau 1999 natürlich auch ein wenig schöner und bietet dem Bedienpersonal nun auch einen zeitgemäßen, modernen Arbeitsplatz für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit. Durch alle diese Maßnahmen, so hoffen wir, kann den Menschen in Not nun noch gezielter, schneller und effizienter geholfen werden. Ja und last but not least, soll dadurch natürlich auch der Service für die Feuerwehren Oberösterreichs immer weiter verbessert werden.


 
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